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MEBS – Bahrain, klein aber fein!

Im letzten Newsletter hatten wir über die fehlerhafte Berichterstattung zu angeblichen Unruhen in Bahrain berichtet und überraschend viele positive und interessierte Reaktionen erhalten. Der Bedarf an weiteren Informationen zu dieser kleinen konstitutionellen Monarchie ist offensichtlich größer als wir erwartet hatten. Hier folgt deshalb weiteres Wissenswertes zu Bahrain.

Dienstag, 30. April 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

Bahrain ist 1971 als unabhängiger Staat gegründet worden und seit 2002 eine konstitutionelle Monarchie mit einem Zweikammern-Parlament, das aus einem gewählten Abgeordnetenhaus (Majlis an-Nawwab) und einer vom König ernannten Beratungskammer (Majlis ash-Shura) besteht. Staatsoberhaupt ist König Scheich Hamad bin Isa Al Khalifa, der die prowestliche Politik seiner Vorgänger fortsetzt und weitere wirtschaftliche Öffnungen und Liberalisierungen anstrebt. Das Königreich Bahrain ist in die regionale Bündnisstruktur eingebettet und Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats (GCC – Gulf Cooperation Council)).

Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Inselstaat, östlich von Saudi-Arabien und westlich von Katar. Mit einer Fläche von rund 750 km2 ist der Archipel etwas kleiner als das Hamburger Stadtgebiet.

Das Königreich Bahrain hat etwas über eine Million Einwohner, von denen etwa ein Viertel Ausländer sind. Es verfügt also im Vergleich zu Nachbarstaaten wie Katar und den VAE über einen recht hohen Anteil einheimischer Bevölkerung. Das Bildungsniveau des Landes ist sehr hoch und mit westlichen Staaten vergleichbar. Dies ist ein wichtiger Standortvorteil für das an Rohstoffen vergleichsweise arme Königreich.
Da Bahrain nur über begrenzte Öl- und Gasreserven verfügt und diese in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, hat sich das Land bereits frühzeitig auf einen Diversifizierungskurs begeben. Dies erklärt auch die starke Rolle des Privatsektors in der bahrainischen Wirtschaft. In den vergangenen 20 Jahren konnte das Königreich Spitzenplätze in Rankings zu Geschäftsklima und Wirtschaftsfreiheit erreichen. So zum Beispiel den 38. Platz (von 181 untersuchten Volkswirtschaften) im Doing Business Report 2012 der Weltbank und den 7. Platz im Economic Freedom Report 2012 der Heritage Foundation (von 179 untersuchten Volkswirtschaften).

Derzeit liegt das reale BIP des Königreichs bei rund 27,8 Mrd. US-Dollar. Die Langzeitprognose des IWF liegt bei durchschnittlichen Zuwächsen von 5,3% p. a. bis 2015. Der bahrainische Dinar ist, wie die meisten Währungen der arabischen Golfstaaten, an den Dollar gekoppelt. Durch die Stabilisierung des Dollarkurses konnte auch die Inflation in Bahrain abgebremst werden und liegt bei derzeit 1%. Bahrain hat sich bereits früh als Finanzzentrum und Bankenstandort in der Region etabliert und zudem auf eine industrialisierende Entwicklung durch die Gründung von, einem der weltweit größten Hersteller von Aluminium, gesetzt. Hinzu kommen als Kernbranchen des Königreichs der Tourismus, Logistik und Handel, gefolgt von Neuentwicklungen im Gesundheitsbereich. Ebenso zählt Bahrain zu den wettbewerbsfähigsten Staaten im Informations- und Kommunikationstechnologiebereich.

Das Rechtssystem in Bahrain

Quelle der Gesetzgebung im Königreich Bahrain ist das islamische Recht, das stark von partnerschaftlichem Verhalten geprägt ist. Eine besondere Bedeutung hat das islamische Recht für Bahrain als wichtigen Standort des Islamic Bankings und in Zukunft auch für islamkonforme Versicherungsdienstleistungen. Das Wirtschaftsrecht ist modern, sehr liberal und entspricht hohen westlichen Standards. Es gibt beispielsweise in Bahrain keine Freihandelszonen, weil Ausländer im gesamten Staatsgebiet Firmen gründen, kaufen und zu 100% besitzen dürfen. Die Steuerlast ist insgesamt sehr gering. Es existieren weder Einkommen- noch Gewerbesteuer. Lediglich eine Mietsteuer, Hotelsteuer und eine paritätisch getragene Arbeitslosenversicherung von einem Prozent des Gehalts werden fällig.

Banken und Finanzwesen

Bahrain hat sich bereits früh als regionaler Banken- und Finanzdienstleistungsstandort etabliert. Dieser Sektor macht ein Viertel des BIP aus. Mehr als 400 Finanzinstitutionen, darunter lokale, regionale und zunehmend auch internationale Unternehmen, befinden sich im Königreich und gerade das Islamic Banking, das in den letzten Jahren weltweit hohe Wachstumsraten erzielen konnte, gewinnt auch mehr Bedeutung in Bahrain, wo die erste islamische Bank bereits 1979 gegründet wurde.

Tourismus

Durch sein liberales Flair, ist das Königreich Bahrain ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für die Nachbarn aus Katar und Saudi-Arabien. Neben der Formel-1- Strecke entsteht für 3,5 Mrd. US-Dollar auf einer Million Quadratmetern ein Kongress- und Tagungszentrum für 5.000 Besucher und 30.000 Gäste. Derzeit liegt der Anteil des Tourismus am BIP bei etwa 14% und soll in den nächsten Jahren auf 25% erhöht werden, um dann so wichtig wie der Finanzsektor zu sein. Die fünf Mrd. US-Dollar teure und 40 Kilometer lange Freundschaftsbrücke zwischen Bahrain und Katar soll 2018 fertiggestellt sein. Eine Brückenverbindung zu Saudi-Arabien, der King Fahd Causeway, besteht bereits seit 1986 und führte zu einem starken Anstieg saudischer Besucher. Diese Verbindung soll demnächst für 300 Mio. US-Dollar erweitert werden. Durch zunehmende Investitionen in die Infrastruktur, die auch dem Tourismus zugute kommen, wird die Basis für weiteres Wachstum in diesem Sektor geschaffen. Dies sind etwa der Ausbau und die Modernisierung des Bahrain International Airports und die Erweiterung der bahrainischen Fluglinie GulfAir.

Logistik und Handel

Bahrain hat sich zu einem logistischen Hub in den nördlichen Golfstaaten entwickelt, von wo aus die großen Märkte wie Saudi-Arabien sehr gut und einfach zu erreichen sind. Durch die Mitgliedschaft Bahrains in der Zollunion der GCC-Staaten können Güter problemlos in die anderen Staaten weitergeliefert werden. Mit der Gründung der Bahrain Logistics Zone und dem Bau des Khalifa bin Salman Port hat das Königreich die logistische Infrastruktur deutlich verbessert. Dieser Hafen wurde im Mai 2009 eröffnet und verfügt über eine Kapazität von einer Million TEU, die auf 2,5 Millionen erweitert werden kann. Im Februar 2012 hat Bahrain mit Saudi-Arabien den Vertrag über den Bau einer 4,5 Mrd. US-Dollar teuren Bahnverbindung unterzeichnet, die die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern deutlich verbessern soll. Die Verbindung zwischen Manama und Dammam soll 2017 fertig gestellt sein.

Gesundheit

In Bahrain entsteht derzeit Health Island, ein Entwicklungsprojekt der Ithmaar Bank mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Mrd. US-Dollar. Direkt daneben, in Muharraq, baut die Regierung des Königreichs in Zusammenarbeit mit dem Royal College of Surgeons in Ireland (RCSI) die Bahrain Health Oasis. Die Projekte beinhalten Krankenhäuser, Spezialkliniken und Kuranlagen. Bahrain möchte mit dem Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur auch zu einem Anziehungspunkt für Patienten aus der Region werden, die bisher zu Behandlungen eher nach Europa fahren.

Bau

Bahrain investiert massiv in den Ausbau der Infrastruktur. Das größte Projekt des Königreichs ist das geplante Bahrain Rail Network mit einem Umfang von 15,5 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus wird für knapp fünf Mrd. US-Dollar der Bahrain International Airport bis 2015 ausgebaut und modernisiert.
Im Gebäude- und Wohnungsbau ist das mit drei Mrd. US-Dollar veranschlagte Durrat Al- Bahrain zu nennen. Auf 13 künstlichen Inseln entstehen hier etwa 2.000 Luxusvillen und 3.900 Apartments. Hinzu kommt die Bahrain Bay, ein 1,5 Mrd. US-Dollar teures Projekt am Meer, an dem unter anderem die Four Seasons Gruppe und die Bank Arcapita beteiligt sind. Schließlich entstehen unter dem Namen Water Garden City und dem Developer Al-Bilad Real Estate Investment Company ein 6,6 Mrd. US-Dollar-Projekt, für Wohnungen, Geschäfte und Freizeitaktivitäten. Im Bahrain International Investment Park haben sich bereits mehrere deutsche Unternehmen, wie z. B. Siemens, niedergelassen; eine Produktionsstätte der BASF befindet sich momentan im Bau. Allein im Jahr 2011 konnten hier Investitionen in Höhe von 300 Mio. US-Dollar verzeichnet werden, mit steigender Tendenz.

Deutsch Bahrainische Wirtschaftsbeziehungen

Deutsche Produkte genießen im Königreich einen hervorragenden Ruf und durch zahlreiche gegenseitige Besuche sind auch die offiziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern sehr gut.
Zuletzt besuchte der bahrainische König, Scheich Hamad bin Isa Al Khalifa, im Oktober 2008 die Bundesrepublik und traf mit dem Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und dem Bundesaußenminister zusammen. Auch im Bereich Logistik bestehen sehr gute Beziehungen. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und dem Königreich Bahrain erreichte im Jahr 2011 mit einem Volumen von 479 Mio. Euro einen Höhepunkt. In den ersten neun Monaten 2012 beliefen sich die deutschen Exporte auf 294,9 Mio. EUR.

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Bis bald und mit besten Grüßen
Ihr MEBS Service-Team